3.1. Der Schneideraum

 

Raumgestaltung

Theoretisch können Sie überall schneiden, wo Sie in Ruhe sitzen und an einem Laptop arbeiten können, aber der ideale Schneideraum sollte folgende Merkmale aufweisen:

  1. Eine Beleuchtung, die es Ihnen erlaubt, den Bildschirm gut und ohne Spiegelungen und Blendlichter zu sehen;

  2. So wenig Störgeräusche wie möglich, damit Sie die Audiosignale gut hören können;

  3. Eine große, stabile Arbeitsfläche, auf der Festplatten, Computer und Monitor(e) stehen, und

  4. Viel Privatsphäre, denn Schneiden ist konzentrierte Arbeit, die durch Ablenkungen sehr erschwert werden kann.

Softwarepakete

Inzwischen gibt es viele verschiedene Schnittsoftwarepakete zu kaufen. Die bekanntesten professionellen Anwendungen sind im Moment wohl „Final Cut Pro“ für Apple-NutzerInnen und „Adobe Premiere“ oder „Avid“ für PCs. Jede dieser Anwendungen hat ihre Vor- und Nachteile, aber alle machen praktisch dasselbe: Ihr Rohfilmmaterial in sich aufzunehmen und einen fertigen Film auszugeben und zu exportieren. Sowohl die Apple- als auch die Windows-Plattform verfügen aber über eigene kostenlose Videoschnittsysteme, die für das Schneiden der meisten digitalen Filme gut geeignet sind. Das kostenlose Apple-Software-Paket heißt „iMovies“ und das gebührenfreie Windows-Paket „Windows Movie Maker“.

In diesem Modul beschäftigen wir uns mit den Grundlagen des Filmschnitts. Auch wenn Schnittsoftwarepakete in der Regel ähnlich funktionieren, hat doch jedes von ihnen seine ganz eigenen Methoden, die gewünschten Ergebnisse zu erbringen. Deshalb sollten Sie sich mit den Softwarehandbüchern, Online-Nutzerforen und „Hilfe“-Optionen beschäftigen, die Ihnen für die verwendete Software zur Verfügung stehen und Schritt-für-Schritt-Anleitungen geben.

Hardware

Obwohl natürlich die meisten modernen Computer die grundlegenden Voraussetzungen für den digitalen Videoschnitt mitbringen, verlangen hoch auflösende Kameras inzwischen immer größere Speicherkapazitäten und Prozessorgeschwindigkeiten, und einige Computerbildschirme sind besser zum Videoschneiden geeignet als andere.

Computer

Man geht allgemein davon aus, dass Apple-Macintosh®-Computer die beste Wahl sind, wenn es darum geht, mit Audio- oder Filmmaterial zu arbeiten. Ungeachtet dessen sind natürlich auch die meisten modernen PCs mit einem Windows®-Betriebssystem sehr gut für die Verwendung von Schnittsoftware geeignet. Hoch auflösendes Videomaterial ist mit großen Dateien verbunden und bringt Ihren Computer so richtig auf „Hochtouren“, so dass Sie idealer Weise über einen Rechner verfügen sollten, der soviel interne Festplattenkapazität, eine so hohe Prozessorgeschwindigkeit und soviel RAM (Arbeitsspeicher, bzw. „Random Access Memory“) wie möglich hat. 

Festplatten

Auch wenn moderne Digitalkameras, die direkt auf Speicherkarten aufnehmen, digitale Bänder („DV-Bänder“) inzwischen fast vollständig verdrängt haben, haben sie einige Nachteile. Beim Einsatz von DV-Bändern wurde das Videomaterial vom Band auf eine Festplatte kopiert, um dann mit Hilfe von Schnittsoftware bearbeitet werden zu können. Das hieß, dass die Originalbänder archiviert und als „Backup“ verwendet werden konnten, wenn die Festplatte mal kaputtging. Heute kopieren wir die Dateien einfach von der Speicherkarte der Kamera auf die Festplatte und löschen dann die Dateien auf der Speicherkarte, damit die Karte wieder verwendet werden kann. Das heißt aber auch, dass Sie Ihr ganzes Filmmaterial verlieren können, wenn der Festplatte „etwas zustößt“ – und Festplatten sind ja dafür bekannt, „sensibel“ zu sein. Deshalb sollte Sie es sich angewöhnen, Backups Ihres ganzen Filmmaterials auf einer anderen Festplatte anzulegen. Das – und die Tatsache, dass hoch auflösendes Videomaterial ohnehin Unmengen an Speicherplatz einnimmt – zwingt Sie natürlich, sich zunächst einmal zwei sehr große Festplatten anzuschaffen. Wenn Sie es mit Filmmaterial zu tun haben, das mit einer hohen Auflösung gedreht wurde, bekommen Sie im Durchschnitt 40-45 Minuten Film auf eine 16-GB-Speicherkarte. Das ist aber schon stark komprimiert. Wenn Sie das Filmmaterial in Ihr Schnittsoftwareprogramm übertragen, werden die Dateien aber noch viel größer – und dann reden wir von etwa 1 Minute pro GB.

Was Sie bei der Wahl der geeigneten Festplatten darüber hinaus bedenken sollten, ist die Datenübertragungsgeschwindigkeit – also die Zeit, die Ihr Computer braucht, um die Informationen von der Festplatte auszulesen. Da wir es ohnehin meistens mit hoch auflösenden Audio-/ Bilddateien zu tun haben, sind schnelle Festplatten natürlich für Ihre Zwecke besser geeignet. Festplatten für die Verwendung digitalen Videomaterials haben in der Regel eine Umdrehungszahl von 7.200 pro Minute (UpM), auch wenn Sie natürlich mit langsameren Festplatten arbeiten können. Ob eine Festplatte geeignet ist, hängt außerdem davon ab, wie sie mit dem Computer verbunden ist. Interne Festplatten arbeiten dank ihrer schnellen SATA-Verbindungen in der Regel recht schnell. Externe Festplatten sind dagegen meist über USB-Kabel verbunden, die ziemlich langsam (USB 2) oder ziemlich schnell (USB 3) sein können. Festplatten können aber auch schnelle (800) oder langsame (400) Firewire-Kabel verwenden. Wenn Sie sich mit all diesen Werten nicht so gut auskennen, sollten Sie sich vielleicht einfach eine Festplatte aussuchen und den/ die VertreterIn um Rat fragen, oder nach Informationen im Internet suchen, denen Sie entnehmen können, ob die betreffende Festplatte zur Arbeit mit hoch auflösendem Videomaterial geeignet ist.

Monitor (Bildschirm)

Bei der Arbeit mit digitaler Videoschnittsoftware haben Sie häufig mehrere Fenster oder Bedienfelder gleichzeitig offen. Außerdem sollten Sie beim Schneiden das Videomaterial groß und scharf genug anschauen können, um die Details gut zu erkennen. Schließlich soll Ihr fertiger Film später mal auf einem großen Fernsehbildschirm, einem Filmprojektor oder sogar auf der Kinoleinwand gezeigt werden. Obwohl ich selbst manchmal auf einem Apple Macbook Pro mit 13 Zoll gearbeitet habe, empfehle ich Ihnen, sich einen großen Computerbildschirm – oder besser noch zwei – anzuschaffen: einen, mit dem Sie sich Ihr Videomaterial anschauen können, und einen, der Ihre Fenster und Bedienfelder enthält. In der Regel verbinde ich einen hoch auflösenden 30-Zoll-Monitor zu diesem Zweck mit meinem 13-Zoll-Macbook. Wenn Sie keinen großen oder zweiten Monitor haben, können Sie aber auch einen Flachbild-Fernsehmonitor mit dem Computer verbinden und Ihre Arbeitssituation damit entscheidend verbessern.

Audio

Idealer Weise schneiden Sie in einem stillen Raum, in dem Sie Ihren Ton leicht überwachen können. Zu diesem Zweck empfehlen wir Ihnen, sich für einfache Projekte mit Stereo-Ton zwei gute Monitorboxen anzuschaffen, die Sie links und rechts vom Bildschirm in Ohrenhöhe aufstellen. Wenn der Raum, in dem Sie arbeiten, laut ist, werden gute Kopfhörer denselben Zweck erfüllen.

Fehlerbehebung – Troubleshooting

Schnittsoftware ist ziemlich komplex und erfordert eine Menge Rechenleistung. Wenn Sie Schwierigkeiten bekommen, weil Ihre Software ständig abstürzt, liegt das in der Regel an einem der folgenden Faktoren:

  1. Geringe Prozessorgeschwindigkeit

  2. Ungenügend RAM (Arbeitsspeicher)

  3. Langsame Festplatte (in der Regel arbeiten Sie dann mit einer externen Festplatte)

 A3.1 
Schriftliche und praktische Übung

Stellen Sie die nötigen Ausrüstungsgeräte für Ihr Projekt zusammen.

Erstellen Sie eine Liste der Geräte, die Sie sich angeschafft haben, und schreiben Sie dazu, warum Sie sich gerade dafür entschieden haben.