3.2. Das Filmmaterial loggen

 

Einrichtung Ihres Aufnahmeordners

Sie sollten darauf achten, dass Sie alle Audio- und Bildmaterialien Ihres Projekts an einem Ort ablegen – Ihrem Projektordner. Während des Filmschnitts muss die Schnittsoftware ständig Informationen von den verschiedenen Film- und Tondateien auslesen, die Sie verwenden. Wenn Sie beispielsweise einen Song von einer CD verwenden, müsste diese CD immer in Ihrem Computer liegen, damit die Schnittsoftware sie verwenden kann. Um das zu vermeiden, sollten Sie die betreffende Lieddatei von der CD in Ihren Projektordner kopieren. Ihr Projektordner wird dann jede Ton-, Film- oder Bilddatei enthalten, die Sie beim Schneiden verwenden.

Nennen wir Ihr Projekt einmal „Mein Projekt“. Das erste, was Sie tun sollten, ist einen Ordner auf der Festplatte einzurichten, auf der Sie arbeiten, und ihn „Mein Projektordner“ zu nennen. Die Festplatte, für die Sie sich entscheiden, sollte groß genug sein, um alle Dateien aufnehmen zu können, die Sie in Ihrem Projekt verwenden. Öffnen Sie Ihr Schnittprogramm, und speichern Sie die neue Datei, die Sie angelegt haben, unter „Mein Projekt“ in Ihrem Ordner namens „Mein Projektordner“ ab. Die Schnittsoftware wird es Ihnen in der Regel freistellen, wo Sie Ihre aufgenommenen Materialien „hinspeichern“. Diese Einstellung nehmen Sie meist im Bereich „Präferenzen“ vor. Wählen Sie dort den Ordner „Mein Projektordner“ als Ablage für Ihr aufgenommenes Material.

Aufnahme vom Band

Auch wenn diese Technologie langsam „von der Bildfläche verschwindet“, nehmen einige Kameras immer noch auf DV-Band auf. Die Übertragung vom Band zur Schnittsoftware geschieht in der Regel über eine Verbindung der Kamera mit dem Computer mit Hilfe eines Firewire-Kabels. Wenn Sie Ihr Schnittprogramm öffnen, erkennt es automatisch, dass eine Kamera angeschlossen ist. Dann sollten Sie sich vergewissern, dass Ihr Band ganz zurückgespult ist, und die „Capture“-Funktion der Software aufrufen. Dadurch wird das Filmmaterial von Ihrem Band ausgelesen und in digitale Dateien umgewandelt, die in einem Unterordner Ihres Ordners „Mein Projektordner“ abgelegt werden. Nun können Sie die Originalbänder als Backups archivieren, falls Ihre Festplatte mal kaputtgeht und die darauf befindlichen Dateien zerstört werden.

Übertragung von der Speicherkarte

Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden Sie Ihr Filmmaterial von der internen Speicherkarte Ihrer Kamera oder von externen Speicherkarten auf die Festplatte übertragen. Diese Dateien sind zwar bereits in einem Digitalformat, aber in der Regel komprimiert und müssen erst noch dekomprimiert werden, damit Ihre  Schnittsoftware mit ihnen arbeiten kann. Dieses Verfahren ähnelt dem Loggen vom Band. Sie verbinden Ihre Kamera mit dem Computer, wenn sich das Filmmaterial auf ihrer internen Speicherkarte befindet, oder stecken Ihre Speicherkarte in ein Kartenlesegerät, oder (wenn vorhanden) in den Speicherkartenschlitz Ihres Computers. Ihre Schnittsoftware wird sofort erkennen, dass neue Dateien „angekommen sind“, und mit der Übertragung beginnen. In der Regel wird sie die Dateien dabei gleich dekomprimieren. Erinnern Sie sich: Unkomprimierte Dateien nehmen in der Regel drei- bis viermal soviel Speicherplatz ein wie komprimierte, und deshalb sollten Sie sich vorher vergewissern, dass Sie auch wirklich noch genügend Platz auf Ihrer Festplatte haben.

Ihre Medien verwalten

Wenn Sie Ihre Dateien oder „Clips“, wie sie inzwischen genannt werden, in Ihre Schnittsoftware importiert haben, werden sie normalerweise mit einer Nummer versehen. Bevor Sie mit Schneiden anfangen, sollten Sie sich jeden Clip noch einmal anschauen und ihn umbenennen, damit Sie ihn später leichter wieder finden können. In einigen Schnittsoftwareprogrammen können Sie so genannte „Container“ (engl.: „bins“) anlegen, die eigentlich auch nur Unterordner sind, und in die Sie verschiedene Gruppen von Clips legen können. Bei einem Kurzfilm könnten Sie beispielsweise für alle Clips einer Szene einen eigenen Container einrichten.

Den geschnittenen Film schützen

Weil Sie es hier mit großen Audio- und Bilddateien zu tun haben, kann es viel häufiger vorkommen, dass Ihr Computer einmal „abstürzt“. Achten Sie deshalb darauf, Ihre Projektdatei bei der Arbeit häufig zu speichern – natürlich in den Ordner „Mein Projektordner“. Außerdem sollten Sie Ihr Projekt am Ende jeder Arbeitssitzung auf eine andere Festplatte abspeichern, damit Sie ein Backup haben, falls die Daten auf dem ersten Laufwerk einmal verloren gehen – und Festplatten sind dafür bekannt, empfindlich zu sein.


A3.2
Praktische Übung

Richten Sie Ihren Projektordner ein, und übertragen Sie Ihr Filmmaterial mit Hilfe Ihrer Schnittsoftware von dem Aufnahmemedium in diesen Ordner, um es zu schneiden. Geben Sie Ihren Clips dann aussagekräftige Titel.